„Sprüch nicht so schmützig, Gynt!“

SEMIKRON ermöglicht rund 1000 Schülerinnen und Schülern
Theaterworkshops und einen Besuch im Stadttheater

Peer ist sich sicher: Es gibt Trolle. Er hat sogar schon die Prinzessin der Trolle namens Gynt getroffen. Auch wenn ihm niemand glaubt. Und auch wenn die Begegnung nicht ganz einfach war. Trolle sind so anders. Bei Trollen ist es Ausdruck des Dankes, auf den Boden zu spucken, man pupst möglichst laut, um sich zu begrüßen und statt sich zu umarmen, schlägt man sich auf die Wangen. Handküsse sind eine schwere Beleidigung. Trolle lieben alles Harte, Bittere und Dunkle und finden Süßes, Weiches und Sonne ganz furchtbar abscheulich. Und besonders vornehme Trolle sprüchen sö kömisch ...

Die Geschichte der Begegnung von Peer und Gynt ist das neue Stück von Paul Maar - dem Erfinder des Sams - und Christian Schidlowsky und die erste Premiere dieser Spielzeit in der Sparte Kinder- und Jugendtheater am Stadttheater Fürth. Seit Jahren bietet das Stadttheater vorstellungsbegleitende Workshops an Schulen an, um das theatrale Verständnis der Kinder und Jugendlichen zu stärken und kulturelle Bildung zu etablieren.

Für den Theaterpädagogen des Stadttheaters Fürth Johannes Beissel ist "Peer und Gynt" eine Steilvorlage für seine Workshops: "Was soziologisch hochtrabend als ‚clash of cultures' beschrieben wird, bricht dieses Stück auf eine im positivsten Sinn kindgerechte Ebene hinunter. Peer und Gynt müssen radikale gesellschaftliche Unterschiede im Miteinander überwinden, um zueinander zu finden."

Realität ist dieses multikulturelle Miteinander verschiedener Kulturen mit allen Missverständnissen und Konfliktpotentialen an den Hauptschulen. Und gerade mit dem Übertritt auf die Hauptschule - so zeigt die Erfahrung - ist es für die Lehrer schwierig, kulturelle Bildung durch Theaterbesuche zu fördern, obwohl sich Kinder in diesem Alter sehr leicht für Theater begeistern. Die Gründe liegen oft auch in der Einkommenssituation einzelner Eltern. Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat das Stadttheater Fürth in der Spielzeit 2008/2009 ein Projekt initiiert, das allen Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen der Fürther Hauptschulen sowohl einen kostenlosen Besuch im Stadttheater ermöglicht als auch begleitende theaterpädagogische Workshops in den Klassen.

Der Erfolg war überwältigend. Rund 1000 Schüler nahmen an diesem Projekt teil.

 

SEMIKRON garantiert Kontinuität

 

Nach nur einem Jahr stand das Projekt durch die Insolvenz der Arcandor-Gruppe, die das Hauptschul-Projekt als Sponsor förderte, bereits wieder zur Disposition. Gerade rechtzeitig vor dem Beginn der Spielzeit konnte kurzfristig das Unternehmen SEMIKRON als neuer Pate gewonnen werden.

Das Nürnberger Unternehmen hat seinen Hauptsitz direkt an der Stadtgrenze. Nicht nur die räumliche Nähe zu Fürth war für Andreas Dauer, Director Company Development von SEMIKRON, ausschlaggebend für das Engagement: "Das Hauptschulprojekt des Stadttheaters Fürth ist inhaltlich hochsinnvoll, nachhaltig und gut durchdacht. Schon deshalb ist die Kontinuität enorm wichtig. Es passt zudem zu unserem Unternehmen: Semikron setzt auf innovative Zukunftstechnologien nach dem Motto "Wir machen vor, nicht nach" und war schon immer menschenorientiert. Eigenverantwortung ist hier das Schlüsselwort, denn Leistung braucht Verantwortung und Verantwortung braucht Vertrauen. Auf dieser Philosophie engagiert sich unser Unternehmen für seine Mitarbeiter."

 

Deutsch - "Trollisch"

 

Mit "Peer und Gynt" startet das Projekt in dieser Spielzeit. In den Vorbereitungsworkshops werden die Kinder 90 Minuten lang die Geschichte des Menschenkindes und der Trollprinzessin kreativ bearbeiten, erleben und selbst spielen. Sie werden "hochtrollisch" lernen, überlegen, was Trolle wohl tun, wenn sie traurig, genervt oder verliebt sind. Sie werden Theater spielen und dabei erfahren, wie Unterschiede und Missverständnisse entstehen und wie die Welt aus trollischer Perspektive aussieht.

Theaterpädagoge Johannes Beissel: "'Peer und Gynt' bietet eine ausgezeichnete Basis, um fremde Rituale, Kulturen, Gewohnheiten zu erforschen. Dass dies im Stück ohne jeden pädagogischen Zeigefinger geschieht, ist ein Qualitätsmerkmal der Produktion."